2009 Rezensionen

Top Magazin 2 /2009
Bertolt Brecht in der Theaterruine St. Pauli
Der gute Mensch von Sezuan - Liebesfräulein wird Gutmensch
Auftakt an Dresdens ungewöhnlichstem, romantischstem Veranstaltungsort für laue Sommerabende, der Theaterruine St. Pauli im Dresdner Hechtviertel, war bereits im Mai. Im 10. Jahr ihres Bestehens feierte die Truppe von Jörg Berger im ausverkauften Ruinenschiff furios Premiere ihrer inzwischen 15. Eigenproduktion mit Bertolt Brechts
„Der gute Mensch von Sezuan"...

Blitzz Ausgabe 7/8 2009
Romantik und Galgenhumor
Sein Zehn-Jahre-Jubiläum feiert der St.-Pauli-Theatersommer in dem urig romantischen Kirchgemäuer im Dresdner Hechtviertel.
Bis kurz vor Spielbeginn teilten sich Bauarbeiter und Akteure das Gelände in der St.-Pauli-Theaterruine am Königsbrücker Platz. Eine offene Fensterseite wurde vorerst mit einer Wand aus Kalkstein verschlossen, so dass weniger Geräusche in die umliegenden Wohnhäuser dringen. Damit stand dem pünktlichen Start in die Jubiläumssaison im Mai nichts mehr im Wege...

Neustadt Zeitung, Mai/Juni 2009
Der Gute Mensch von Sezuan
Premiere im Sommertheater Theaterruine St. Pauli
Die Götter halten Ausschau nach einem guten Menschen - ob sie einen entdecken?
Zu erfahren in der Theaterruine St. Pauli. Mit dem Brecht-Stück begann die neue
Freiluft-Theater-Saison im Dresdner Hechtviertel. Viel Beifall gab es zu ausverkauften Premiere am 8. Mai...




Dresdner Juni 2009
Brecht? Hm...Okay!
"Der gute Mensch von Sezuan"
Brecht im Berger Stil? Da muss man erst einmal drauf kommen. Aber die Theatergruppe der St. Pauli Ruine ja schon oft zu überraschen und vor allem zu überzeugen gewusst. So wird beim Premierenpublikum die Neugier größer als die Skepsis gewesen sein.
Und das - vorweg gesagt- zu Recht...

SZ 11.Mai 2009
Wenn der Mensch dem Menschen zum Ausbeuter werden muss
In der St. Pauli Ruine hatte Bertolt Brechts Parabel
„Der gute Mensch von Sezuan" Premiere.

Auch die Macht der Götter hat Grenzen. In „das Wirtschaftliche" könnten sie nicht eingreifen, verkünden die Götter in Bert Brechts Parabel „Der gute Mensch von Sezuan". Sie denken gar nicht daran, die Ordnung, das System, infrage zu stellen, Dass ihre Gebote unerfüllbar, „die Menschen für ihre sittlichen Vorschriften zu schwach" sind, können sie bei ihrem Kurztrip auf die Erde nicht zugeben. Irren ist menschlich, nicht göttlich...

DNN 11. Mai 2009
Den Vorhang auf und alle Fragen offen
Eröffnung der Theatersaison in der St. Pauli Ruine mit Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“
Vor kurzem sprach ein bekannter, milliardenschwerer Hedgefonds-Investor auf den USA im Radio. In einem Nebensatz sagte er, seine Verluste in der gegenwärtigen Krise bestehen darin, dass die Gewinnspanne nur um acht Prozent wuchs statt um 28 wie im Jahr davor. Ihm, einem Kunstliebhaber und Kunstrnäzen, gehe es vor allem um den philosophischen Aspekt des Geldverdienens. Er sprach mit so viel Weisheit und Besonnenheit in der Stimme. Ist dieser Mann ein guter Mensch? „Wie kann ich gut sein und dennoch in dieser Welt bestehen?"...

SZ 27. April 2009
Der Theaterruine St. Pauli werden die Fenster zugemauert
Die Freilichtbühne startet am 8. Mai mit der Premiere eines Stückes von Bertolt Brecht in die 10. Saison
An einem Geburtstagsgeschenk, das zwiespältige Gefühle beim Jubilar Theaterruine St. Pauli e. V. hervorruft, wird gegenwärtig gewerkelt: Der Theaterruine werden die Fenster zugemauert. Einerseits wirkt das ziemlich unromantisch und verschlechtert die Akustik.
Andererseits beenden die Backsteine einen jahrelang schwelenden Streit mit einigen Nachbarn...

DNN 24. April 2009
Eine Klage- Mauer für St. Pauli
Lärmschutz verschiebt Saisonauftakt auf 8. Mai
Schön sieht anders aus. Weiße Hohlblocksteine füllen die leeren, hohen Fensteröffnungen an der Westseite der St. Pauli-Ruine im Hechtviertel. Dennoch sind sie das kleinere Übel. Als Ergebnis eines Nachbarschaftsstreits wegen Lärmbelaslung drohte nämlich eine Zeitlang eine einstweilige Verfügung gegen den Theaterbetrieb...

DNN 16. April 2009
"Böse zu sein, kann viel Arbeit bedeuten!"
St. Pauli-Theaterleiter Jörg Berger über Brecht-Klassiker, Vereinsjubiläum, Ärger mit Nachbarn
Am 1. Mai ist es wieder so weit: Die Theaterruine St. Pauli im Hechtviertel öffnet ihre Tore zum zehnten Mal für eine neue Freiluft-Saison, DNN sprach mit dem Leiter des Theaters Jörg Berger.

Frage: Was fällt Ihnen spontan ein, wenn sie an die letzte Spielzeit zurückdenken? Die Zuschauerzahlen waren ja sogar um zehn Prozent gestiegen!

Jörg Berger: Die letzte Saison lief überraschend gut. Wir hatten ja „Don Gil von den grünen Hosen" {Tirso de Molina) auf dem Plan. Das Stück war kaum bekannt, aber es ist sehr temporeich, und die Zuschauer waren glücklich. Bei „Hamlet" hatten wir das Problem, dass bei der Premiere zu viele Leute da waren. Das hat sich erst mit der dritten Aufführung langsam einpendeln können. Aber das Werk ist nun mal ein Klassiker, da war das zu erwarten...